Schwarzwaldtour 2020 in Zeiten von Corona

Nachdem es ja auf Grund der bekannten Einschränkugen in diesem Jahr bisher etwas ruhig war bei der Triathlonabteilung des SC 53 Landshut, Veranstaltungen,/Wettkämpfe etc. bis auf Weiteres verschoben wurden, könnte der Eindruck entstehen, daß sich die Triathleten/Innen eine Auszeit genommen haben und sich auf ihren Lorbeeren ausruhen.

Weit gefehlt!

Es wurden Methoden entwickelt und gefunden, sich für die Zeit nach Corona vorzubereiten. So war es auch möglich alleine an der persönlichen Laufform/Technik zu arbeiten. Ein Zwiftabo für den Smart-Rollentrainer sorgete für die nötige Motivation aufs Rad zusteigen und mit dem Zugseil versuchte man zumindest ein bißchen was  für die Schwimmmuskulatur zu machen. Geheime Kreise berichten sogar davon, daß sich einige Mitglieder an Gymnastik und Rumpfstabi versuchten! Ich persönlich kann mir das nur schwer vorstellenJ!

Mit der Zeit jedoch kam es zu den ersehnten Lockerungen bei den Trainingsbeschränkungen, so daß es sogar möglich war, die bereits abgesagte, traditionelle Schwarzwaldtour, zu planen.

Eine Anfrage bei Martin Wissler, der sich nun um die Vermietungen der bewährten Pension kümmert, fiel positiv aus. Die Teilnehmerzahl mußte jedoch beschränkt werden weil keine Doppelzimmer vermietet werden sollten. So kam es zu der völlig neuen Situation, daß sich zwei Teams an zwei verschiedenen Terminen auf den Weg in den Schwarzwald machten.

Team Eins, auch unter dem Spitznamen „Himmelfahrtskommando“ bekannt, bestand aus Astrid, Oli, Horst, Chris, Martin und Alex. Wobei die beiden letzteren die Rookies im Schwarzwald waren. Den anderen Vieren war durchaus bekannt, was sie erwartete!

Es ging auch sehr ambitioniert los. Zum Aufwärmen an Christi Himmelfahrt (daher der Teamname! Alles andere wäre wilde Spekulation!!) gleich mal über 100k. Ganz nach dem Geschmack der sechs Wilden. Der Freitag mußte auch nochmals intensiv genutzt werden, waren die Wetterprognosen doch miserabel für den Samstag. Das miese Wetter ließ dann auch keine Radausfahrt zu und man machte sich per Pedes auf den Weg in die Berge. Die einen kehrten um, die anderen bekamen eine kostenlose DuscheJ! Der Sonntag als Abschlußtag forderte noch einmal alles von den Teilnehmern, bevor es an die Heimreise ging.

Über 300km bei 4000Hm, Kandel Titisee, Kaiserstuhl und die hervorragende Schwarzwälderküche, alles konnte man bei dieser Tour aus vollen Zügen genießen. Da lohnten sich auch die Strapazen die Berge hoch.

Team Zwei, auch als „Prozession“ bekannt, startete  ihre Tour dann gut 14 Tage später.

Horst, der Unverwüstliche, war erneut mit von der Partie und leitete uns wieder einmal souverän durch den Schwarzwald. Ansonsten dabei als Neulinge die Judith und die Nici und der Victor. Heiko und Michi komplettierten die Gruppe als doch schon Schwarzwalderfahrene.

Das „Einrollen“ an Fronleichnam (alle anderen Prozessionen waren abgesagt!) führte uns traditionell an den Kaiserstuhl. Milde Temperaturen mit zeitweise Sonnenschein machten die ersten 115 km mit über 1000 Hm fast schon zum Vergnügen J. Das wohlverdiente Abendessen im Biergarten ging somit auch trocken über die Bühne…wettertechnisch…nur die französchische Bedienung sorgte mit der Saftschorle für zusätzliche Feuchtigkeit (auf Heikos T-Shirt), was ja eigentlich Victors Fachgebiet war J.

Tag zwei  stand unter dem Titel „Schwarzwälder Kirschtorte“ und „Grillen“!

Zuvor mußten aber ein paar Meter zurückgelegt werden. Hinauf ging’s das Hexenloch, dann Richtung Furtwangen hinunter um dann wieder hinaufzuführen, über den Katzensteig, zur Donauquelle. Strahlender Sonnenschein, eine kleine Brotzeit, ein Gruppenfoto an der Quelle der Donau und weiter ins Prechtal. Es lag eine 16 km lange Abfahrt vor uns. Nur unterbrochen zum ersehnten Halt beim Weltmeister der Torten! Kaffe, Schorle und ein Riesenstück Schwarzwälder Kirschtorte versüßten die letzten Kilometer nach Hause. Wer wollte ging zum Laufen, der Rest bereitete sich vor auf den Grillabend bei Familie Wissler. Martin grillte für uns, dazu frisch bereitete Salate und so manch Tannenzäpfle wanderten in die hungrigen Mägen. Nach einem Abendspaziergang mit Eis im Malibu stellte sich dann auch die nötige Bettschwere ein.

Am dritten Tag kam es dann zu einem Novum im Schwarzwald. Da die Wetterfrösche für den Sonntag Mistwetter ankündigten, wurde die Tour auf den Kandel vorgezogen und verlängert. So ging man diese Königsetappe mit gehörigem Respekt an. Eine kurze Anfahrt hin zum Kandel und dann hinauf. 10 km bei fast 1000 Hm tun ganz schön weh. Die alten wie die neuen Hasen J kamen alle oben an um dann festzustellen, daß unser Stammlokal auf dem Kandel geschlossen war. Dies sorgte für eine kleine Stimmungsdelle, die aber schon bald wieder ausgebügelt wurde. In St. Märgen enterten wir Bäckerei und  dazugehöriges Kuchenbüffet so daß der Weiterfahrt zum Titisee nichts mehr im Wege stand. Eine kleiner Imbiss bei heißen Temperaturen am See und schon machten wir uns wieder auf den Heimweg. Freilich mußten wir vom See unten erneut nach oben auf den Pass, was am dritten Tag der Tour nur bedingt für Freudensausbrüche sorgte. Aber es folgte die rasante Abfahrt durch die Wolfsschlucht und die wunderschöne Landschaft im Simonswald bis nach Niederwinden zur Pension. Die Pizzeria in Elzach sah uns nicht zum ersten Mal und nachdem am abschleißenden Sonntag das Radfahren wohl ausfallen sollte, gönnte sich der/die eine oder andere schon ein Gläßchen Wein oder ein zweites Bier. Als Folge davon, so mein Verdacht, entsand zunächst die Idee und dann die teilweise Ausführung, zumindest aber ein Brainstorming, für die Limericks über unsere Tour. Der Wahrheitsgehalt dieser Kurzgedichte (s.u.) darf durchaus angezweifelt werden, ging es doch zuallererst darum Inhalt und Reim in das entsprechende Versmaß zu zwingenJ!!

Der“ erhoffte“ Regen am Sonntag blieb zur Überaschung aller aus und damit stiegen wir erneut in die Radklamotten. Zum Abschluß fuhren wir eine kurze 65 km Runde mit knapp über 1000 Hm und bekamen am Ende der Tour die einzigen Regentropfen der gesamten vier Tage ab. Nach dem Duschen und Packen erwartete uns der Abschiedserdbeerkuchen mit Sahne und Kaffee.

Die Heimfahrt nach Landshut im Regen stellte auch kein großes Problem dar und so konnte man zuhause einiges erzählen von der diesjährigen Schwarzwaldtour.

Besonderer Dank an Martin und den „Rest“ der Familie Wissler. Erneut haben sie uns herzlich aufgenommen und bewirtet. Wenn wir dürfen, kommen wir bestimmt wieder.

Schwarzwald-Limericks:

Es war da der Horst, unser Leader.

Er fuhr in den Schwarzwald, schon wieder.

War erst vor vierzehn Tagen

schon dort, sich zu plagen,

die Berge hinauf und hernieder!

 

Der Victor, der jüngste von allen,

der ließ so manches Glas fallen.

Sogar für den Saft

da fehlte die Kraft

Das hat dem Heiko missfallen.

 

Der Heiko, echt nett, nahm uns stets mit im Bus.

Er badet die Füße gern im See und im Fluss.

Auch die Hose wurde nass,

zu unserem Spaß 

durch Victors Saft und den französischen Johannisbeerguss.

 

Die Nici, frei raus, nahm kein Blatt vor den Mund.

Wer ihr widersprach, war ein armer Hund.

Gelacht wurde viel,

vom Start bis zum Ziel

von Schwarwälder Kirsch träumte sie jede Stund.

 

Die Pause am Abend, das ist ja mal klaa,

die ist halt zum Erholen da.

Und eine Flasche Martini-Wein

Die schenk‘ ich mir mal gerne ein.

So wurde aus Judith Martina!

 

Alle fanden wir das Essen ganz fein!

Einer schrie gar nach Würsten und Wein!

Brägeli, Käse und auch Fisch,

alles musste auf den Tisch.

Ein Zäpfle passte auch noch rein!

 

Einer trat ganz wunderbar,

gekleidet er war, als schwarze Gefahr.

Durch den Schwarzwald hin und her

und traf dabei den Titibär!

Was das ist, das ist nicht ganz klar!

 

Selbst den Höchsten, den Kandel, den scheuten sie nicht.

Durch den dunklen Wald, Tritt für Tritt bis ins Licht,

der Michi voraus

es machte ihm gar nichts aus

kaum ein Tröpfchen Schweiß stand auf seinem Gesicht.

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